Schriftliche Prüfung zum Heilpraktiker für Psychotherapie

Oktober 2012 (Gruppe A)

Die Lösungen finden Sie im Anschluss an die Prüfungsfragen. Schwierige Fragen oder "Stolpersteine" sind mit Kurzkommentaren versehen. Bitte bei Bedarf nach unten scrollen. - Ausführliche Kommentare zu allen Antwortmöglichkeiten finden Sie in meinen Lernkarten mit Originalprüfungsfragen der Jahre 2004 bis 2014.

Frage 1 (P 12-2): Welche der folgenden Aussagen treffen zu? Abwehrmechanismen sind:

1. Regression
2. Autosuggestion
3. Projektion
4. Verschiebung
5. Imitation

□ A Nur die Aussagen 1, 2 und 3 sind richtig
□ B Nur die Aussagen 1, 2 und 4 sind richtig
□ C Nur die Aussagen 1, 3 und 4 sind richtig
□ D Nur die Aussagen 1, 3, 4 und 5 sind richtig
□ E Alle Aussagen sind richtig

Frage 2 (P 12-2): Einfachauswahl. Für welche Demenzform sind frühe, langsam fortschreitende Charakterveränderungen mit Verlust sozialer Fähigkeiten typisch?

□ A Demenz bei Alzheimer-Krankheit
□ B Demenz bei Pick-Krankheit (Frontallappendemenz)
□ C Vaskuläre Demenz
□ D Demenz bei Creutzfeldt-Jacob-Krankheit (CJD)
□ E Demenz bei Morbus Parkinson

Frage 3 (P 12-2): Mehrfachauswahl. Welche der folgenden Aussagen treffen für eine Somatisierungsstörung (nach ICD-10) zu? Wählen Sie zwei Antworten!

□ A Eine Somatisierungsstörung ist als eine spezifische Form der depressiven Störung definiert
□ B Sie kann sich nur auf gastrointestinale oder neurologische Beschwerden beziehen
□ C Die Körpersymptome müssen nach den diagnostischen Leitlinien mindestens 2 Jahre bestehen
□ D Die Körpersymptome müssen nach den diagnostischen Leitlinien vor der Pubertät auftreten
□ E Es findet sich keine ausreichende somatische Erklärung für die Symptome

Frage 4 (P 12-2): Aussagenkombination. Welche der folgenden Aussagen treffen auf eine typische Anorexia Nervosa (nach ICD-10) zu?

1. Ein Gewichtsverlust kann durch übertriebene körperliche Aktivität herbeigeführt sein
2. Ein Gewichtsverlust kann durch eine somatische Ursache begründet sein
3. Es liegt eine Störung des Körperschemas vor und die Betroffenen legen selbst eine zu niedrige Gewichtschwelle fest
4. Ein Body-Mass-Index (BMI) von 19,5kg/m² ist in der Regel mit einer Anorexia nervosa in Zusammenhang zu bringen
5. Es kann zu einer endokrinen Störung kommen

□ A Nur die Aussagen 1, 2 und 3 sind richtig
□ B Nur die Aussagen 1, 2 und 4 sind richtig
□ C Nur die Aussagen 1, 3 und 5 sind richtig
□ D Nur die Aussagen 2, 3 und 5 sind richtig
□ E Alle Aussagen sind richtig

Frage 5 (P 12-2): Einfachauswahl. Ein 60-jähriger Patient, der Sie wegen psychischer Probleme aufsucht, berichtet im Rahmen der Anamnese, dass er von seinem Arzt Lithium verordnet bekommen habe. Für welche Erkrankung spricht diese Behandlung am ehesten?

□ A Alkoholkrankheit
□ B Affektive Störung
□ C Vaskuläre Demenz
□ D Schizophrenie
□ E Histrionische Persönlichkeitsstörung

Frage 6 (P 12-2): Aussagenkombination Welche der folgenden Aussagen zu Halluzinogenen bzw. den durch Halluzinogene verursachten Störungen treffen zu?

1. Ein wichtiger Vertreter dieser Gruppe ist LSD (Lysergsäurediethylamid)
2. Es kommt üblicherweise zu keiner körperlichen Abhängigkeit
3. Zur typischen Symptomatik gehört u.a. tiefgreifende Wahrnehmungsveränderungen, Veränderungen des Denkens und Desorientiertheit
4. Nachhallzustände (Flashbacks) sind untypisch bei einer Einnahme von Halluzinogenen
5. Gefährlich sind „Horror-Trips“ oder selbstgefährdende Handlungen

□ A Nur die Aussagen 1, 2, 3 und 4 sind richtig
□ B Nur die Aussagen 1, 2, 3 und 5 sind richtig
□ C Nur die Aussagen 1, 2, 4 und 5 sind richtig
□ D Nur die Aussagen 1, 3, 4 und 5 sind richtig
□ E Nur die Aussagen 2, 3, 4 und 5 sind richtig

Frage 7 (P 12-2): Einfachauswahl. Eine 59-jährige Patientin legt seit mehreren Monaten das Fundament ihres Hauses auf ganzer Länge am Stück frei. Sie entfernt lose Steine, da dies ihrer Meinung nach den Beginn des Paradieses behindere. Der hinzugezogene Architekt warnt dringend vor dieser Maßnahme, da die Hausstatik gefährdet ist. Trotzdem unterstützt der Ehemann das Vorhaben seiner Frau vehement. Durch eine stationäre psychiatrische Behandlung der Patientin kommt es zur vorübergehenden Trennung der Ehepartner. In dieser Zeit distanziert sich der Mann deutlich von den Ideen seiner Frau. Um welche Diagnose handelt es sich bei dem Ehemann am ehesten?

□ A Reaktive Bindungsstörung
□ B Schizoide Persönlichkeitsstörung
□ C Abhängigkeitssyndrom
□ D Induzierte wahnhafte Störung (Folie a deux)
□ E Beziehungswahn

Frage 8 (P 12-2): Einfachauswahl. Ein 22-jähriger Mann berichtet Ihnen, außerhalb der Familienumgebung in kleinen Gruppen von dem Gedanken geplagt zu sein, von den anderen Menschen beobachtet zu werden. Er habe eine beständige Furcht, sein Auftreten sei unangemessen oder peinlich. In derartigen Gruppensituationen stehe er unter großem Stress und reagiere mit Erröten, Schwitzen und Händezittern. Daher versuche er, diese Situationen so gut wie möglich zu meiden. Um welche Störung handelt es sich hier am ehesten?

□ A Anpassungsstörung
□ B Panikstörung
□ C Schizoide Persönlichkeitsstörung
□ D Soziale Phobie
□ E Zwangsstörung

Frage 9 (P 12-2): Einfachauswahl. Welche Aussage zur Bulimie (Bulimia nervosa) trifft zu?

□ A Bei jungen Frauen in der Adoleszenz und im jungen Erwachsenenalter liegt die Prävalenz bei etwa 20%
□ B Bulimie-Betroffene sind meist übergewichtig
□ C Bei lang anhaltender Symptomatik kommt es häufig zu einer Schädigung der Zähne
□ D Im Vordergrund der Therapie stehen medikamentöse Maßnahmen (Antidepressiva)
□ E Die Bulimie hat eine ungünstigere Prognose als die Anorexia nervosa

Frage 10 (P 12-2): Einfachauswahl. Welche Aussage beschreibt eine dissoziale Persönlichkeitsstörung

□ A Verlust der Integration bestimmter Ich-Funktionen oder bestimmter körperlicher Funktionen
□ B Verhalten, das den geltenden sozialen Normen erheblich widerspricht
□ C Rückzug von sozialen Kontakten in eine abgeschirmte Phantasiewelt
□ D Vorhandensein von zwei oder mehr Persönlichkeiten in einem Individuum
□ E Verhalten ist manieriert, flapsig, oberflächlich


Frage 11 (P 12-2): Aussagenkombination. Welche der folgenden Aussagen zur Therapie von schizophrenen Patienten treffen zu?

1. Kognitives Training, wie z.B. Training der sozialen Wahrnehmung, ist sinnvoll
2. Imaginationsübungen sollten frühzeitig durchgeführt werden
3. Die Psychotherapie bei schizophrenen Patienten beinhaltet u.a. Problemanalyse, Psychoedukation, Kommunikationstraining und Problemlösetraining
4. Eine aufdeckende Psychotherapie ist Therapie der Wahl
5. Bei der Ersterkrankung sollte eine Behandlung mit Neuroleptika spätestens nach 4 Wochen beendet werden

□ A Nur die Aussagen 1 und 3 sind richtig
□ B Nur die Aussagen 1 und 4 sind richtig
□ C Nur die Aussagen 1, 3 und 5 sind richtig
□ D Nur die Aussagen 2, 3 und 4 sind richtig
□ E Nur die Aussagen 1, 2, 3 und 5 sind richtig

Frage 12 (P 12-2): Aussagenkombination. Welche der folgenden Symptome ordnen Sie einem amnestischen Syndrom (Korsakow-Syndrom) zu?

1. Zönästhesien
2. Desorientiertheit
3. Konfabulationen
4. Gedankenausbreitung
5. Merkfähigkeitsstörung

□ A Nur die Aussagen 1, 2 und 3 sind richtig
□ B Nur die Aussagen 1, 2 und 5 sind richtig
□ C Nur die Aussagen 2, 3 und 5 sind richtig
□ D Nur die Aussagen 3, 4 und 5 sind richtig
□ E Alle Aussagen sind richtig

Frage 13 (P 12-2): Einfachauswahl. Eine 25-jährige Frau bekommt plötzlich Angstgefühle, „pfötchenartige“ Verkrampfungen der Hände und atmet schnell und flach. Es handelt sich am ehesten um eine/einen

□ A Klaustrophobie
□ B Soziophobie
□ C Hyperventilationstetanie
□ D Herzanfall
□ E Lungenembolie

Frage 14 (P 12-2): Aussagenkombination. Welche der folgenden Symptome werden zu den Ich-Störungen gezählt?

1. Gedankenentzug
2. Depersonalisation
3. Kommentierende Stimmen
4. Derealisation
5. Optische Halluzinationen

□ A Nur die Aussagen 1, 2 und 3 sind richtig
□ B Nur die Aussagen 1, 2 und 4 sind richtig
□ C Nur die Aussagen 3, 4 und 5 sind richtig
□ D Nur die Aussagen 1, 2, 3 und 4 sind richtig
□ E Alle Aussagen sind richtig

Frage 15 (P 12-2): Einfachauswahl. Bei einem 10-jährigen Jungen treten wiederkehrende nächtliche Episoden äußerster Furcht und Panik mit heftigen Schreien, Bewegungen und starker autonomer Erregung auf. Zu welcher Diagnose passt diese Beschreibung am besten?

□ A Enuresis nocturna
□ B Narkolepsie
□ C Schlafapnoe
□ D Aufmerksamkeitsdefizitstörung (ADS)
□ E Pavor nocturnus

Frage 16 (P 12-2): Mehrfachauswahl. Welche der folgenden Aussagen treffen zu?

Bei einem 65-jährigen Patienten bemerken Sie während des Gesprächs kauende, grimassierende Bewegungen im Zungen-und Mundbereich. Er berichtet Ihnen, dass er von seinem Arzt jahrelang mit dem Medikament Haloperidol (Haldol) behandelt worden sei.
Wählen Sie zwei Antworten!

□ A Es handelt sich um eine Tic-Störung
□ B Die Medikamenteneinnahme spricht für eine Epilepsie
□ C Bei dem Patienten bestehen wahrscheinlich Spätdyskinesien
□ D Ein Zusammenhang zwischen den Bewegungen und der Medikamenteneinnahme ist äußerst unwahrscheinlich
□ E Haloperidol wird bei psychotischen Symptomen eingesetzt

Frage 17 (P 12-2): Einfachauswahl. Welcher Begriff umschreibt am ehesten die Diagnose „Neurasthenie“?

□ A Störung des Sozialverhaltens
□ B Stimmungsschwankungen
□ C Erschöpfungssyndrom
□ D Angstsyndrom
□ E Traumatisierung

Frage 18 (P 12-2): Mehrfachauswahl. Welche der folgenden Aussagen treffen zu? Wählen Sie zwei Antworten! Zur Negativsymptomatik einer Schizophrenie zählen:

□ A Wahn
□ B Affektverflachung
□ C Denkzerfahrenheit
□ D Störung des Ich-Erlebens
□ E Sprachverarmung

Frage 19 (P 12-2): Aussagenkombination. Welche der folgenden Aussagen treffen zu?
Bei der Verhaltenstherapie werden folgende Techniken bzw. Prinzipien angewandt:

1. Umfassender Persönlichkeitsstrukturwandel zur Verhinderung von Lebenskrisen
2. Lerntheoretisch fundierte Modifikation des Verhaltens
3. Erkennung und Veränderung negativer Denkschemata
4. Training sozialer Kompetenz
5. Systematische Desensibilisierung

□ A Nur die Aussagen 2 und 5 sind richtig
□ B Nur die Aussagen 3, 4 und 5 sind richtig
□ C Nur die Aussagen 1, 2, 3 und 4 sind richtig
□ D Nur die Aussagen 2, 3, 4 und 5 sind richtig
□ E Alle Aussagen sind richtig

Frage 20 (P 12-2): Mehrfachauswahl. Welche der folgenden Aussagen zur psychotischen Störung Alkoholhalluzinose treffen zu? Wählen Sie zwei Antworten!

□ A Die Alkoholhalluzinose ist typischerweise durch akustische Halluzinationen gekennzeichnet
□ B Charakteristisch sind ausgeprägte vegetative Begleiterscheinungen
□ C Psychomotorische Störungen wie z.B. Erregung können auftreten
□ D Wahnideen sprechen gegen eine Alkoholhalluzinose
□ E Bewusstseinstrübung ist ein Hauptmerkmal bei der Alkoholhalluzinose

Frage 21 (P 12-2): Einfachauswahl. Welche Aussage zur Zwangsstörung trifft zu?

□ A Die Zwangsgedanken werden vom Patienten nicht als unsinnig erkannt
□ B Bei den Zwangsvorstellungen werden wahnhafte Gedanken erlebt
□ C Patienten mit einer gesicherten Zwangsstörung haben ein deutlich höheres Risiko gegenüber der Allgemeinbevölkerung, an einer Schizophrenie zu erkranken
□ D Zwangsgedanken können auch im Zusammenhang mit postpartalen Depressionen und/oder postpartalen Psychosen auftreten
□ E Das männliche Geschlecht ist von der Zwangsstörung deutlich häufiger betroffen als Frauen

Frage 22 (P 12-2): Einfachauswahl. Welche Aussage zu den Gesetzen zur Unterbringung psychisch Kranker trifft zu?

□ A Sie regeln die Vorgehensweise und die Rechte eines Menschen bei Einweisung in eine geschlossene psychiatrische Einrichtung gegen seinen Willen
□ B Sie sind in ganz Deutschland identisch
□ C Eine Unterbringung kann bei Fremdgefährdung nur durch einen Facharzt für Psychiatrie bei Gericht angeregt werden
□ D Eine Zwangseinweisung erfolgt nur auf richterlichen Beschluss
□ E Bei Selbstgefährdung ist eine Unterbringung nur mit Zustimmung des Betroffenen möglich

Frage 23 (P 12-2): Aussagenkombination. Welche der folgenden Aussagen trifft (treffen) zu? Was sind wichtige Elemente der kognitiv-verhaltenstherapeutischen Behandlung einer Angststörung, wenn identifizierbare Angstauslöser vorhanden sind und der Patient Vermeidungsverhalten zeigt?

1. Reizkonfrontation
2. Vermittlung eines Erklärungsmodells
3. Psychoedukation
4. Vermeidung der Angstauslöser
5. Ermutigung des Patienten, sich in der Angst auslösenden Situation durch Aktivitäten abzulenken

□ A Nur die Aussage 1 ist richtig
□ B Nur die Aussagen 4 und 5 sind richtig
□ C Nur die Aussagen 1, 2 und 3 sind richtig
□ D Nur die Aussagen 1, 2 und 5 sind richtig
□ E Alle Aussagen sind richtig

Frage 24 (P 12-2): Mehrfachauswahl. Welche der folgenden Aussagen zur Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) treffen zu? Wählen Sie zwei Antworten!

□ A Beginn vor dem siebten Lebensjahr
□ B Bei nahezu allen Betroffen heilt die Störung im Kindesalter aus
□ C Die Symptome bestehen meist nur im Schulunterricht
□ D In sozialen Beziehungen oft distanzloses Verhalten
□ E Im Erwachsenenalter sind vorwiegend Frauen betroffen

Frage 25 (P 12-2): Mehrfachauswahl Welche der folgenden Aussagen treffen zu? Wählen Sie zwei Antworten! Hinweise für eine manische Episode sind:

□ A Bewusstseinstrübung
□ B Gesteigerte Selbstzweifel
□ C Vermehrtes Schlafbedürfnis
□ D Distanzlosigkeit
□ E Konzentrationsschwierigkeiten

Frage 26 (P 12-2): Aussagenkombination. Welche der folgenden Aussagen trifft (treffen) zu? Eine paranoide Persönlichkeitsstörung (nach ICD-10) äußert sich

1. in geringer Empfindlichkeit gegenüber Ablehnung
2. in Selbstbezogenheit
3. in ausgeprägtem Misstrauen
4. in streitsüchtigem Verhalten
5. in stetigem Drang zum Perfektionismus

□ A Nur die Aussage 3 ist richtig
□ B Nur die Aussagen 1, 2 und 4 sind richtig
□ C Nur die Aussagen 1, 4 und 5 sind richtig
□ D Nur die Aussagen 2, 3 und 4 sind richtig
□ E Alle Aussagen sind richtig


Frage 27 (P 12-2): Aussagenkombination. Welche der folgenden Symptome sind einer posttraumatischen Belastungsstörung zuzuordnen?

1. Dissoziation
2. Intrusion
3. Gedankenentzug
4. Vermeidungsverhalten
5. Interessenverlust

□ A Nur die Aussagen 1 und 2 sind richtig
□ B Nur die Aussagen 1 und 3 sind richtig
□ C Nur die Aussagen 2 und 3 sind richtig
□ D Nur die Aussagen 1, 2 und 5 sind richtig
□ E Nur die Aussagen 1, 2, 4 und 5 sind richtig

Frage 28 (P 12-2): Aussagenkombination. Welche der folgenden Aussagen zu den organischen psychischen Störungen (nach ICD-10) treffen zu?

(1) Verfolgungswahn kann ein Symptom einer organischen psychischen Störung sein
(2) Die Alkoholabhängigkeit zählt zu den organischen psychischen Störungen
(3) Die Demenz bei HIV-Krankheit zählt zu den organischen psychischen Störungen
(4) Eine internistische Abklärung ist nicht notwendig
(5) Unterschiedliche körperliche Erkrankungen können die gleichen psychischen Symptome hervorrufen, d.h. die Symptome sind nicht spezifisch für die Ursache der Erkrankung

□ A Nur die Aussagen 1 und 3 sind richtig
□ B Nur die Aussagen 1 und 4 sind richtig
□ C Nur die Aussagen 1, 2 und 3 sind richtig
□ D Nur die Aussagen 1, 3 und 5 sind richtig
□ E Nur die Aussagen 2, 3 und 5 sind richtig

Prüfung 2012-2: Lösungen

Frage 1 (P 12-2): Abwehrmechanismen□ C Nur die Aussagen 1, 3 und 4 sind richtig
Frage 2 (P 12-2): richtig ist □ B Demenz bei Pick-Krankheit (Frontallappendemenz). Kommentar: Bei Alzheimer erfolgen die organisch bedingten Wesensänderungen später. Bei der Pickschen Demenz gehen die Charakterveränderungen meist mit einem unkontrollierbaren aggressiven Verhalten einher.

Frage 3 (P 12-2): Somatisierungsstörung. C und E sind richtig. zu A: nicht verwechseln mit dem „somatischen Syndrom“. --- zu B: Beschwerden, die durch das autonome Nervensystem verursacht werden (=gastrointestinal“) zählen zu den somatoformen autonomen Funktionsstörungen; neurologische Beschwerden zählen zu den neurologischen Erkrankungen.

Frage 4 (P 12-2): Anorexia nervosa. □ C Nur die Aussagen 1, 3 und 5 sind richtig. zu 2: eine somatische= körperl. Ursache des Untergewichts schließt eine Magersucht aus. --- zu 4: BMA = kg : m2 --- 19,5 ist der Normalbereich! - zu 5: endokrine Störungen = Störung der Drüsenfunktion, z.B. der Geschlechtshormone (Ausbleiben der Regelblutung), Störung der Schilddrüsensekretion etc.

Frage 5 (P 12-2): □ B Affektive Störung (Bipolare Störung)
Frage 6 (P 12-2): Halluzinogene: □ B Nur die Aussagen 1, 2, 3 und 5 sind richtig
Frage 7 (P 12-2): richtig ist D: Indizierte wahnhafte Störung/Folie à deux (auch: symbio(n)tischer Wahn): Es geht um die Diagnose des MANNES, der von seiner Ehefrau den Wahn übernommen hat.

Frage 8 (P 12-2): □ D Soziale Phobie
Frage 9 (P 12-2): Bulimie. Richtig ist C: … kommt es häufig zu einer Schädigung der Zähne
Frage 10 (P 12-2): Dissoziale Persönlichkeitsstörung. Richtig ist B.
Frage 11 (P 12-2): Therapie von Schizophrenie. □ A Nur die Aussagen 1 und 3 sind richtig
Frage 12 (P 12-2): Amnestisches Syndrom: □ C Nur die Aussagen 2, 3 und 5 sind richtig
Frage 13 (P 12-2): □ C Hyperventilationstetanie

Frage 14 (P 12-2): Ich-Störungen. B Nur die Aussagen 1, 2 und 4 sind richtig. Kommentar: Depersonalisation und Dereali¬sation finden sich zwar häufig bei Panikattacken, Schockerlebnissen oder der PTBS, sind in diesem Fall also kein Symptom für eine Psychose. Sie können allerdings auch bei schizophrenen Erkrankungen auftreten. In beiden Fällen zählen sie zu den Störungen des Ich-Erlebens = Ich-Störungen.

Frage 15 (P 12-2): □ E Pavor nocturnus (lat. für "nächtliche Angst")
Frage 16 (P 12-2): Haldol/Spätdyskinesien. C und E sind richtig.
Frage 17 (P 12-2): Neurasthenie = C: Erschöpfungssyndrom

Frage 18 (P 12-2): Negativsymptomatik: B (Affektverflachung) und E (Sprachverarmung) sind richtig. Alle anderen Symptome sind zwar typisch für die Schizophrenie, zählen aber nicht zu den Minus-Symptomen.

Frage 19 (P 12-2): Techniken der VT: □ D Nur die Aussagen 2, 3, 4 und 5 sind richtig. - Wie schon in vergangenen Prüfungen beinhaltet das Wort „Verhaltenstherapie“ die klassische wie auch die kognitive VT.

Frage 20 (P 12-2): Alkoholhalluzinose: A und C sind richtig. - Nicht verwechseln mit dem Delir. Bei der Alkoholhalluzinose sind AKUSTISCHE Halluzinationen typisch. Und: KEINE Bewusstseinstrübung

Frage 21 (P 12-2): Zwangsstörungen. □ D Zwangsgedanken können auch im Zusammenhang mit postpartalen Depressionen und/oder postpartalen Psychosen auftreten (postpartal = nach der Niederkunft/Geburt). Wichtig: KEIN WAHN bei Zwangsstörungen (F4). Wahn ist ein psychotisches Symptom (F2 und F3!!).

Frage 22 (P 12-2): Unterbringung/Zwangseinweisung. Aussage A ist richtig.
Kommentar zu D: Muss in einer Gefahrensituation schnell reagiert werden („Gefahr in Verzug“), ist es in der Regel nicht möglich, einen Beschluss des Amtsgerichts abzuwarten. In diesem Fall kommt eine vorläufige Unterbringung in Betracht. Bei einer vorläufigen Unterbringung kann die Kreisverwaltungsbehörde die betroffene Person zunächst ohne Zustimmung des Richters zwangseinweisen lassen, notfalls unter Mithilfe der Polizei. Die richterliche Zustimmung hierfür muss unverzüglich (in Bayern: bis 24.00 Uhr des folgenden Tages) nachgeholt werden. Der Richter erscheint dann persönlich in der Psychiatrie, studiert das psychiatrische Gutachten, spricht mit der betroffenen Person und unterschreibt die Einweisung (oder auch nicht).

Frage 23 (P 12-2): VT bei Angststörungen. □ C Nur die Aussagen 1, 2 und 3 sind richtig
Leider vermengen die Prüfer - wie schon in vergangenen Prüfungen - die kognitive VT mit der klassischen VT. Deshalb stimmt auch Lösung 1, die nach Lehrbuchmeinung zur klassischen VT zählt. Für spätere Prüfungen unbedingt merken (siehe Frage 19)

Frage 24 (P 12-2): ADHS --- A+D sind richtig.
Frage 25 (P 12-2): Manie --- D und E sind richtig.
Frage 26 (P 12-2): Paranoide PS □ D Nur die Aussagen 2, 3 und 4 sind richtig
Frage 27 (P 12-2): □ E Nur  1, 2, 4 und 5 sind richtig. Intrusion = sich aufdrängende Gedanken

Frage 28 (P 12-2): Organische Psychische Störungen. □ D Nur die Aussagen 1, 3 und 5 sind richtig. -- Wir erinnern uns: Alkoholabhängigkeit zählt zu F1 (nicht F0). --- Und: fast jede unter F2, F3 und F4 aufgeführte Störung kann auch (hirn)organisch bedingt sein.

Schwierige Fragen oder "Stolpersteine" sind mit Kurzkommentaren versehen. Ausführliche Kommentare zu allen Antwortmöglichkeiten finden Sie in meinen Lernkarten mit Original-Prüfungsfragen der Jahre 2004 bis 2014 (Elsevier-Verlag, Juni/Juli 2015).

Prüfung 12-2 (Gruppe A): Lösungen mit Kommentar

Die Lösungen zur schriftlichen Prüfung 12-2 finden Sie im Anschluss an die Prüfungsfragen. Zu den wichtigsten Fragen gibt es Kurzkommentare. Ausführliche Kommentare zu jeder richtigen oder falschen Antwort finden Sie in meinen Lernkarten, siehe Abbildung rechts (Elsevier-Verlag, Juni/Juli 2015).

Schriftliche Prüfung, Oktober 2012 (Gruppe A)

Neuerscheinung im Sommer 2015

Prüfungsfragen 2004-2014

616 Originalprüfungsfragen mit ausführlichen Kommentaren zu jeder richtigen und jeder falschen Lösung